Exotische Haustiere: Tiere leiden durch falsche Haltung

Bild von Kerstin

Deutscher Tierschutzbund: Viele Exoten leiden in deutschen Haushalten - zunehmend kommen die Tiere in Tierheime

Die Einfuhrzahlen exotischer Tiere nach Deutschland steigen seit Jahren kontinuierlich an. Ausgesetzte Schlangen, Leguane oder der aktuelle Fall der im Münchener Würmkanal geborgenen Schnappschildkröte zeigen, dass vermeintliche Tierfreunde mit exotischen Tierarten schnell überfordert sind. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt die Haltung dieser Tiere aus Tierschutzsicht generell ab. Nach Aussage des Verbandes in Bonn erleiden die Tiere bereits bei Fang, Transport und Handel enorme Qualen. Zudem sei eine artgerechte Haltung der meist anspruchsvollen Lebewesen kaum möglich, weshalb sie in Gefangenschaft extrem leiden und oft qualvoll verenden würden. Viele überforderte Halter gäben auch schon nach kurzer Zeit die Tiere in den von den Mitgliedsvereinen des Deutschen Tierschutzbundes betriebenen Tierheimen ab. Eine Aufgabe die finanziell, räumlich und personell oft nicht zu bewältigen sei.

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Nach Einschätzung der Tierschützer leben in Deutschland vermutlich einige Tausend Krokodile, über 100.000 Giftschlangen und mehr als 200.000 Riesenschlangen. Insgesamt dürfte die Zahl der gehaltenen Exoten im Bundesgebiet in die Millionen gehen. Seit Oktober 2007 ist in Hessen die Haltung bestimmter exotischer Tierarten verboten. Hessen übernimmt damit eine Vorreiterrolle in Deutschland. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt dies und fordert gleichzeitig alle anderen Bundesländer auf, rechtliche Regelungen zu beschließen und das Halten von Exoten in Privathaushalten generell zu verbieten.

In Hessen mussten Halter, die vor Inkrafttreten des Gesetzes bereits im Besitz gefährlicher Exoten waren, die entsprechenden Tiere den Bezirksordnungsbehörden bis Ende April 2008 anzeigen. Demnach wurden allein in der Region Rhein-Main/Südhessen 2.515 gefährliche Wildtiere von 186 Tierhaltern gemeldet. Dies entspricht im Durchschnitt 13,5 Tiere pro Halter. Darunter waren 870 Grubenottern, zu denen auch Klapperschlangen zählen, 552 echte Vipern, 268 Giftnattern und 54 Riesenschlangen. Darüber hinaus wurden unter anderem auch 473 Vogelspinnen, 119 Skorpione, 49 Krokodile, 10 Schnapp- und Geierschildkröten, zwei Tiger, ein Puma und ein Ozelot gemeldet. Nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes dürfte die Zahl aufgrund der nicht gemeldeten Tiere weitaus höher sein.

Der Verband fordert eine bundeseinheitliche und schärfere Gesetzgebung und bittet alle Tierfreunde, zum Wohle der Tiere auf die Haltung von Exoten im Haushalt zu verzichten.