Rodeo in Hockenheim: Trauriges Spektakel auf Kosten der Tiere

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In Hockenheim sollen im Rahmen der „Western-Days“ am 6. und 7. August Rodeos stattfinden. Der Deutsche Tierschutzbund unterstreicht im Vorfeld der Veranstaltungen, dass Rodeos für die Tiere Leid und Qualen bedeuten können. Die Tierschützer bitten die Bevölkerung, diese Veranstaltungen zu boykottieren.

„Rodeo ist kein Sport und viele der Tiere leiden. Der Veranstalter sollte sich an wissenschaftlichen Gutachten orientieren. Sie unterstreichen die Tierschutzrelevanz dieser unzeitgemäßen Volksbelustigung auf Kosten der Tiere“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es ist eine Schande, dass einem solchen Spektakel in Hockenheim eine Bühne geboten wird!“

Was dem Zuschauer als Show und Belustigung vorgegaukelt wird, ist - das unterstreichen verschiedene Gutachten - für die Pferde und Rinder zumeist mit Schmerzen, Stress und Angst verbunden. Die Pferde, die auf diesen Schauveranstaltungen für den Flair des Wilden Westens sorgen sollen, sind keine Wildpferde. Es sind häufig für wenig Geld gekaufte Pferde, die als „nicht reitbar“ gelten. Noch nach Jahren im Showgeschäft zeigen die eingesetzten Tiere keine Gewöhnung. Neben völliger Abstumpfung, Nervosität und Abwehrbewegungen entwickeln einige sogar schwere Verhaltensstörungen.

Trotzdem fehlt bislang ein bundesweites Verbot von Rodeoveranstaltungen. Die meisten Bundesländer haben bereits einen Erlass für ihr Bundesland herausgegeben, welcher zumindest die schlimmsten Disziplinen - wie "Wild-Horse-Race" und "Bullenreiten" – sowie den Einsatz von Hilfsmitteln wie Flankengurt und Sporen bei den Disziplinen "Bare Back Riding" und "Saddle Bronc Riding" verbietet. Eine einheitliche Regelung aller Bundesländer fehlt jedoch bisher. So ist das Bullenreiten in Baden-Württemberg in der Tat erlaubt, der Flankengurt- und Sporeneinsatz dabei aber nicht. Immer wieder werden Erlässe auch wegen mangelnder Rechtsverbindlichkeit missachtet.

Grundsätzlich hilft nur ein bundesweites Verbot aller Rodeo-Disziplinen unnötiges Tierleid zu vermeiden. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Veranstaltungen ab, bei denen Menschen auf Kosten von Leiden und Schmerzen von Tieren belustigt werden. Der Deutsche Tierschutzbund bittet daher die Bevölkerung, keine Rodeo-Veranstaltungen zu besuchen.

Kommentare

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Bild von betty50

Einsatz Flankengurt

Der Einsatz des Flankengurts ist in Baden-Württemberg erlaubt.
Hierzu möchte ich auf den Schriftverkehr mit Frau Dr. Menne verweisen.
Zitat:
Versuche von Ämtern, Disziplinen oder den Einsatz des Flankengurtes z.B. zu verbieten, scheiterten an unseren Verwaltungsgerichten. Der Veranstalter hatte mit seinen entsprechenden Klagen Erfolg.
Damit sind uns auch weitgehend die Hände gebunden. Allerdings erging das Urteil des Verwaltungsgerichtes Freiburg im Hauptsacheverfahren, in dem das vom Vet.Amt Emmendingen angeordnete Verbot des Einsatzes des Flankengurtes als rechtswidrig angesehen wurde, erst in diesem Februar, in der Erlaubnis der Behörde vom letzten Jahr wurde der Einsatz des Flankengurtes ebenfalls untersagt und gegen diesen Erlaubnisbescheid hat der Veransstalter keine Rechtsmittel eingelegt. Allerdings hat er bereits bei der Erlaubnisbehörde unter Berufung auf das VG- Urteil Freiburg um Aufhebung des Verbotes ersucht.
Die Behörden stehen mit dem Rücken zur Wand, wenn Gerichte zu entscheiden haben, deren Urteil müssen auch wir akzeptieren.

Allerdings werde ich den Veranstalter auf den Einsatz des Viehtreibers ansprechen , so daß dieser bei uns nicht zum Einsatz kommt, außer im wirklichen Notfall, so wenn ein Bulle Menschen oder andere Tiere gefährden würde.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Menne
Landratsamt
Veterinäramt
Adelsförsterpfad 7
69168 Wiesloch

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Einsatz von Sporen

Sporen kamen nachweislich am 07.08.2010 zum Einsatz (Beweis Aufnahmen)

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Viel Wirbel um Nichts

In meiner Eigenschaft als Verlegerin und Tierschützerin war ich auf diesem Rodeo.
Sporen kamen KEINE zum Einsatz, außer bei den normal gerittenen Pferden, wie in der Dressur und im Springen auch. Keines der speziell zum Buckeln eingesetzten Pferde und keiner der Bullen wurde mit Sporen geritten oder hatte einen Flankengurt.
Ich war vor der Veranstaltung hinter den Kulissen und danach auch, habe mir alles zeigen und erklären lassen. Ich habe von JEDEM Ritt Fotos, die ich mir alle im Zoom genauestens angeschaut habe, es gibt keine Spur von irgendwelchen tierquälerischen Mitteln. Die Tiere standen und lagen alle total relaxt in ihren Boxen und kauten friedlich ihr Futter, keines schien verstört. Man konnte eh von vorne in den Stallbereich einsehen, da dieser nur durch Stangen abgetrennt war.
Viel Wirbel um Nichts.
Ich spreche den Tieren einen gewissen Stress nicht ab, aber wieviele Pferde werden von Reitern mit Sporen und Kandare geritten, von Reitern, die noch nicht einmal annähernd dem Ausbildungsstand entsprechen, der für diesen Einsatz nötig wäre. Wieviele Pferde werden allwöchentlich aufs Turnier gefahren, ob sie wollen oder nicht. Wieviel Stress bereitet das den Pferden? Natürlich schreit da niemand, das ist Tierquälerei, da die Lobby des Turnierreitens eine große ist.
Und um es gleich zu sagen, ich bin auch Turnierreiter.
Und ich setze noch eins drauf: Jeder der Fleisch ist, fällt bei mir als Diskussionspartner raus, denn wieviel Leid, Angst, Schmerzen und Stress erleidet ein Tier, das zum Schlachten vor seinem Mörder steht?!

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Turniersport

Ist Turniersport etwa keine Tierquälerei? Ist das Dopen von Pferden etwa in Ordnung?
(siehe Fall Christine W.: FN schockiert über Tierquälerei)
Oder ist Springreiten nicht auch Tierquälerei? Kein Pferd springt freiwillig über eine Hürde von über 2,00 m.

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Flankengurt

Ich bin Vegetarier und daher wohl als Auserwählte und Diskussionspartner "geeignet"

Du schreibst, es wurden keine Sporen und Flankengurte eingesetzt. Warum versucht aber ein Rodeo-Pferd, seinen "Reiter" abzuwerfen? Sind es allesamt nicht eingerittene Pferde?

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Ein Pferd wird ohne Sattel

Ein Pferd wird ohne Sattel geboren ;-) und wehrt sich vehement, wird ihm einer aufgelegt, mit buckeln. Daher geht man da ganz vorsichtig und einfühlsam zu Werke. Erst wird ein Gurt locker umgelegt, das Pferd beruhigt und gelobt. So geht man Schritt für Schritt vor, bis das Pferd Sattel und Reiter duldet.
Die Pferde, die beim Rodeo eingesetzt werden, gehen den Weg andersherum. Buckelt es, wird es sofort belohnt, indem der Reiter "absteigt", es kommt in seine Box, hat Futter und seine Ruhe. So wird das Pferd gelehrt: Buckle ich, habe ich meine Ruhe. Deshalb dauert ein Ritt immer nur maximal 8 Sekunden. Fällt der Reiter nicht von alleine runter, wird er herunter geholt, damit das Pferd IMMER sein Erfolgserlebnis hat.
Natürlich sind solche Pferde unreitbar.
Ich habe eben, bevor ich den Beitrag oben eingestellt habe, nochmal alle Fotos genau unter die Lupe genommen, trotzdem ich vor Ort war - es gab keinen Sporeneinsatz - dafür lege ich meine Hand ins Feuer.
Auch ich habe die Berichte vor und von dieser Veranstaltung gelesen und wollte mir unbedingt ein eigenes Bild machen. Ich kann auch nur für Hockenheim sprechen, auf anderen Veranstaltungen war ich noch nicht.

Bild von Kerstin

Rodeo-Pferde

Also sind es trainierte Rodeo-Pferde. Du hast auch keinen Flankengurt gesehen? Also so wie du es beschreibst, ist das ja dann nix anderes als als ein "klassisches" Turnier...

Bild von Sami

Ich schwöre, es gab keine

Ich schwöre, es gab keine Sporen und keinen Flankengurt!
Ich bin nach Hockenheim, weil ich einen Bericht darüber schreiben will, aber doch erst sicher sein wollte, dass alles seine Ordnung hat.
Und wie ich zu Anfang schon geschrieben habe, einem gewissen Stress sind die Tiere bestimmt ausgesetzt, aber meines Erachtens nicht mehr als bei anderen Aktionen, bei denen Tiere zum Einsatz kommen.
Aber du kannst sicher sein, dass es in Amerika anders zugeht.
Alle Leute, mit denen ich in Hockenheim gesprochen habe, waren sehr enttäuscht, dass man ihnen solche Sachen unterstellt. Man ging sogar so weit, dass man behauptete, die Bullen bekämen Pfeffer in die Augen gerieben.
Als ich in meinem Umfeld erzählt habe, dass ich zum Rodeo fahre, sagten alle: Ach, da werden Pferden und Bullen die Hoden gequetscht. Ein Gerücht hält sich halt recht hartnäckig.
Auf der Seite rodeo-america.de kann man einiges nachlesen. Natürlich habe ich ausgiebig recherchiert und NICHT anderer Leute Worte ohne Prüfung übernommen.
Ich hoffe, ich konnte hier einiges klar stellen.
Und wer genau wissen möchte, wer ich bin, dem gebe ich per private Nachricht meinen Namen und Adresse.

Bild von betty50

Nachweis Sporen

Es kamen nachweislich Sporen beim Barrel Race zum Einsatz.
Es ist doch alles Schönmalerei, was H. Brand auf seiner Webseite schreibt. Statt Flankengurt kann auch auf andere bewährte Mittel (Haltegurt Sattel) zurückgegriffen werden.